Mittwoch, 20. Mai 2009

Rollentheorie mal ganz anders!

Neulich nach dem Mittagessen in der Mensa erwartete uns beim Gehen eine gratis Wundertüte mit allerlei Sachen drin. Da wären unter anderem eine Cola, ein Schokorigel, Popcorn, ein Deo, Kondome, eine Zeitschrift, ganz viel Werbung und ein komisch schmeckendes Diatwasser, was man jedoch trotzdem trinkt, weil es kostenlos ist. Ganz erfreut über soviel Großzügigkeit, setzt jedoch früher, später oder bei manchen garnicht Verwunderung ein. Verwunderung, wieso das Ganze. Sollen wir, die so freidenkenden Studenten, in Rollen gezwängt werden? Möchte man uns zum Opfer der Werbeindustrie degradieren, indem wir mit unseren eh schon begrenzten Einkommen fleißig Konsumgüter kaufen und teure Verträge wie eine Umts Flatrate abschließen? Oder wir sollen, wie geschehen, die Vorlesung vergessen, Popcorn mampfen und uns nebenbei auf dem Gebiet des anderen Geschlechts weiterbilden, indem wir Artikel einer Zeitschrift lesen, welche uns Tipps beim Kauf von Dessous für die Liebste geben. Drei Probleme zum Artikel: Man(n) weiss ihre Größe nicht, Frau ist zu weit entfernt und es ist nicht sicher, ob sie wirklich als Liebste bezeichnet oder als solche gesehen werden will. Vielleicht möchte der Staat auch, dass wir in die Elternrolle schlüpfen, indem sie uns manipulierte Kondome unterjubeln?!
Das in Rollenzwängen funktioniert meistens doch bloß beim charakterlich schwachen Menschen, die sich unbedingt durch angesagte Produkte definieren und dem Mainstream immer hinterher eifern müsen. Sich somit nie selbst treu bleiben! Ganz anders bei starken, ausgeprägten Persönlichkeiten, damit meine ich keine aroganten Leute, die sich selbst für Halbgötter halten, sondern Menschen die einfach wissen, was sie wollen und was sie können. Die unvoreingenommen, offen durchs Leben schreiten, sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und ein hohes Maß an Verträglichkeit besitzen.
Sie definieren ihre eigene Rolle, das heißt sich selbst. Vielleicht spreche ich jetzt aus meiner Rolle, jedoch kann ich sagen: Ich stehe zu mir selbst. Und ich bin wie ich bin. Auch wenn oft meine Gefühle über mich regieren, möchte ich genau so bleiben, mich bloß an meine Umwelt und an meine Mitmenschen anpassen, um noch lange offen zur Welt und ehrlich zu mir selbst bleiben zu können!

Donnerstag, 14. Mai 2009

Life's good

Gestern war Bergfest! Der Ausnahmezustand an der Hochschule began halb5 mit dem Stürmen der Wohnheime und dem Wecken (mit Kettensägen, Tröten und Pfeifen dauerklingelnd und an Türen hämmernd durch die Gänge stiefeln!) aller nicht Matrikel07 Studenten. Weiter ging es zum gemeinsamen Frühstück (sehr lecker) in der Mensa, dannach zum sogenannten Hochschulterror (durch die Vorlesungen/Seminare ziehen und Profs abkassieren) ein Spaß kann ich nur sagen! Später stand dann der Marsch zum Markt, wo der Bürgermeister ein Rede hielt, mit ganz viel Freibier und vieles vieles anderes auf dem Plan. Das tolle Wetter, ausgelassenes Krawall machen und eine gute Stimmung machten den Tag jetzt schon unvergesslich! Denn man feiert nur einmal Bergfest (jedenfalls pro Studium).
Abends dann zur Bergfestparty. Leider waren nur noch wenige Kommilitonen dabei, da einige nicht konnten, andere nicht wollten und wiederum andere, aufgrund ihrer Einstellung zum Freibier (d.h. es ist kostenlos, deshalb muss ich soviel wie möglich davon in kürzester Zeit vernichten) schon friedlich in ihren Betten schlummerten. Also gings erstmal zu zweit hin, weil die anderen beiden noch etwas Zeit brauchten. Anfangs war nicht allzuviel los, doch dann füllte es sich rasend. Viele bekannte Gesichter durfte man begrüßen, so ist dass halt wenn man schon 20 Jahre in einem Ort lebt. Mit bissel was intus gings dann auf den Elektro-Floor ordentlich die Sau raus lassen. Nach einiger Zeit kam dann auch noch die Angebetete meines Kommiliton, die wir auch schon gut kennen und an der er schon eine ganze Weile lang gräbt. Das Leben schien perfekt für ihn und ich war der festen Überzeugung, es könnte sein Abend werden.
Jedoch weit gefehlt! Nachdem wir uns buchstäblich den Arsch abgetanzten und auch noch auf die Sachen von ihr und ihrer Freundin aufpassten, kam sie mit einem anderen Kommilitonen wieder, welcher ihr ein Getränk spendierte und beide gingen recht verfänglich nach draußen. "Was geht denn hier?" war meine Reaktion. Naja es war wieder mal so wie immer. Die Menschen, den man so etwas gönnt, die es wirklich verdient haben, gehen unverdient leer aus. Und die welchen, die ohne viel Arbeit zu investieren, einfach mal treist sind, haben wieder Glück! Wie sag ich immer so schön: "That's life"...

Mittwoch, 6. Mai 2009

Medium, Thema und/oder Geschlecht?

Manchmal sollte ich meine offene, ehrliche Ader gegen ein Gramm mehr Verstand eintauschen und nocheinmal über meine Äußerungen nachdenken. Egal ob es sich dabei über ein echtes Gespräch oder eine Unterhaltung mit Hilfe eines x-beliebigen Mediums handelt! Gestern ist mal wieder so eine Situation aufgetreten. Als ich nach einem angenehmen Tag ein "virtuelles Gespräch" mit einer mir sehr wichtigen Person began. Sofort redeten wir aneinander vorbei, was wahrscheinlich am Medium, am Thema oder vielmehr am geschlechtlichen Unterschied lag. Es entwickelte sich eine gewisse Eigendynamik, so dass manche Dinge falsch verstanden und auf andere Dinge, die dem einem wichtig erschienen, nicht eingegangen wurde. Alles schauckelte sich innerhalb von wenigen Minuten ungewollt zu einem echten Nervenkrieg hoch, welchen beide nicht gewinnen konnten. Nun befindet man sich an einem Punkt, an dem man eigentlich mit jemanden, den man sehr lieb hat, nie sein möchte. Man hat verletzende Dinge gesagt und möchte den anderen eigentlich am liebsten in den Arm nehmen, ganz fest drücken und vermitteln das es einen wirklich leid tut. Aber man sitzt immernoch vor diesem hinterlistigen Medium, namens Internet, und versucht den Schaden, den man selbst angerichtet hat, zu begrenzen, jedoch trotzdem zu seinen Fehlern zu stehen, denn man ist ja erwachsen!
Ich hab es innerhalb weniger Minuten geschafft, fast alles in Frage, auf die Probe zustellen und außer Acht zulassen, worum es eigentle geht. Eine schöne und lustige Zeit miteinanderer zuverbringen, den anderen zu fragen, was er macht, wie es ihm geht und was er fühlt! Im Nachhinein fühlte ich mich dann richtig schlecht, da ich jemanden, den ich um alles auf der Welt glücklich machen möchte, zum weinen gebracht habe.
Letztendlich bleibt nur noch eine Frage: Wer ist eigentlich dieser Johannes?